Nachdem ich schon die Geschichte der Aufständischen in Thailand, die Ajan Brahm in seinem Buch "Die Kuh, die weinte" beschreibt, erzählt habe möchte ich gerne noch eine Geschichte aus dem Buch erzählen. Sie handelt davon wie Ajan Brahm als junger Mönch mit anderen sein Kloster aufbaut und wie er das erste Mal in seinem Leben eine Mauer aufbaut.

Ajan Brahm als Mönch, der nie eine Mauer selbst aufgebaut, hat also nun zum ersten Mal mit Steinen und Mörtel zu tun und ist gewillt eine perfekte Mauer aufzubauen. Tausend Steine liegen vor ihm und den ganzen Tag mörtelt er und setzt einen Stein nach dem anderen auf. Immer hochkonzentriert, damit auch wirklich alles gerade ist. Nach einigen Stunden harter Arbeit ist seine Mauer endlich fertig und als er sich einige Schritte entfernt aufstellt sieht er, daß zwei Steine nicht in einer Linie mit dem Rest der Mauer sind.
Ajan ärgert sich über seinen Fehler und zu diesem Ärger kommt die Scham schlecht gearbeitet zu haben. Von nun an, wenn Besucher zum Kloster kommen und er sie herumführt, vermeidet er es immer jemanden diesen Schandfleck zu zeigen. Eines Tages jedoch passiert es, daß er einen Besucher an der Mauer vorbeiführt und als es ihm auffällt ist er sofort wieder in seiner Scham gefangen. Der Besucher jedoch sieht sich die Mauer an und beginnt diese zu loben und äußert sein Wohlgefallen über diese wahrhaft schöne Mauer. Ajan ist überrascht und erwähnt die beiden schiefen Steine. Sein Besucher jedoch sagt: "Ajan, diese Mauer besteht aus 1000 Steinen und nur zwei Steine sind nicht perfekt. Tust du den anderen 998 Steinen nicht unrecht, wenn du dich nur auf Sie konzentrierst und damit der ganzen Mauer, die dein Werk ist ihre Schönheit aberkennst?"
Diese Geschichte soll uns zeigen, in allen Lebenslagen, daß das was vor uns steht, was wir vielleicht selbst geschaffen haben, Wertschätzung in seiner Gesamtheit verdient. Wenn wir unseren Blick nur auf die wenigen schlechten Dinge des gesamten richten, dann werden wir nie die Schönheit der restlichen 998 Steine erkennen.
Also öffnet die Augen und tretet einen Schritt zurück bevor ihr in etwas nur Schlechtes seht. Die Welt hält Schönheit für uns bereit.